Erkrankungen der Lymphgefäße

Neben Venen und Arterien gibt es noch ein weiteres Gefäßsystem, nämlich die Lymphgefäße. Während Arterien und Venen ein geschlossenes Kreislaufsystem ohne Anfang und Ende darstellen, sind die Lymphgefäße ein offenes System, d.h. sie beginnen im Gewebe mit Gewebespalten und münden links im Venenwinkel in der Nähe des Schlüsselbeins.

Erkrankungen des Lymphgefäßsystems führen zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe mit Anschwellen (Lymphödem). Zur Häufigkeit des Lymphödems gibt es keine belastbaren Zahlen, man schätzt, dass ca. 3,5% der Erwachsenen in Deutschland an einem Lymphödem leiden.

Man unterscheidet primäre Lymphödeme, die in der Regel angeboren sind und ca. 1/3 der Fälle ausmachen, und sekundäre Lymphödeme, die nach Entzündungen, Operationen oder Bestrahlungen auftreten und ca. 2/3 der Fälle ausmachen.

Die Bedeutung des Krankheitsbildes wird häufig unterschätzt, ohne Therapie nimmt das Ödem kontinuierlich zu, es kommt zu Verhärtungen im Gewebe in Folge von Eiweißeinlagerungen und das Risiko von ernsthaften Folgeerkrankungen (Wundrose, Erysipel) bis hin zur Invalidität bei schwersten Formen steigt. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik und bedarfsgerechte Therapie erforderlich.